Das Land, das nur Köpfe hat
Deutschland lebt vom Veredeln. Der Rohstoff dafür entsteht in der Schule, und dort wird er gerade knapp.
Rund 14 Milliarden Euro: So viel war alles wert, was Deutschland 2024 aus dem eigenen Boden geholt hat, von Kies über Braunkohle bis Erdgas. Im selben Jahr kaufte das Land Rohstoffe für rund 193 Milliarden Euro im Ausland ein.1 Und ein Jahr später verkaufte es Waren für 1.563 Milliarden Euro in die Welt.2 Zwischen diesen drei Zahlen liegt das ganze Geschäftsmodell dieses Landes. Wir holen wenig aus der Erde, kaufen viel ein und verkaufen sehr viel mehr, als wir eingekauft haben. Die Differenz ist kein Bodenschatz. Sie ist Können.
Wer verstehen will, warum der Zustand der Schulen eine Wirtschaftsfrage ist und keine Nebensache für Elternabende, muss diese Kette einmal ganz ablaufen: einkaufen, veredeln, verkaufen. Sie hat mehrere Glieder. Dieser Beitrag geht sie der Reihe nach durch und bleibt am Ende bei dem, das alle anderen trägt.
Einkaufen, veredeln, verkaufen
Deutschland ist rohstoffarm, und daran wird sich wenig ändern. Selbst das bedeutendste bekannte Vorkommen Seltener Erden in Deutschland, bei Storkwitz in Sachsen, gilt bislang als nicht wirtschaftlich förderbar. Ein Unternehmen erkundet es gerade neu, aber die Mengen sind klein.3 Hinzu kommen Widerstände vor Ort und Fragen des Naturschutzes. Nehmen wir es als gegeben: Unser Wohlstand kommt nicht aus der Erde.
Er kommt aus einem Kreislauf, der offene Märkte voraussetzt. Deutschland wurde Exportnation, weil es mit vielen Ländern auf Augenhöhe Handel trieb und beide Seiten davon profitierten. Dieses Modell gerät von zwei Seiten unter Druck. Von außen, weil Zölle und geopolitische Spannungen die Märkte enger machen. Und von innen, weil wir selbst langsamer geworden sind, als wir es uns leisten können. Das Abkommen mit den Mercosur-Staaten brauchte ein Vierteljahrhundert, bis die Mitgliedstaaten zustimmten. Inzwischen liegt es beim Europäischen Gerichtshof.4 Woran es im Einzelnen hakt, Einstimmigkeit, Agrarinteressen, Verfahren, ist für die Rechnung zweitrangig. Für ein Land, das vom Verkaufen lebt, ist jedes Jahr Verzögerung ein verlorenes Jahr.
Unbequemer ist ein zweiter Befund. In der Eurokrise gab es Hilfskredite für Griechenland, Portugal, Spanien und andere nur gegen umfangreiche Reformauflagen. Der Bundestag hat diesen Programmen samt Auflagen zugestimmt.5 Deutschland stand damals auf der Seite derer, die sagten, wie man eine Wirtschaft wetterfest macht. 2025 wuchs Spanien real um 2,8 Prozent, Griechenland um 2,1, Portugal um 1,9 und Deutschland um 0,2 Prozent.6
Fairerweise gehört dazu, dass dieses Wachstum nicht allein aus den Reformen kommt. Aufholeffekte, Tourismus und EU-Mittel spielen mit. Und die deutsche Schwäche hat eigene Ursachen: Energiepreise, die Abhängigkeit von China, eine Autoindustrie im Umbruch. Aber keine dieser Ursachen ist unüberwindbar, und genau das hatten wir anderen gesagt. Der Rat war nicht falsch. Er gilt nur auch für den, der ihn gegeben hat.
Zwei Glieder, die knirschen
Wer veredelt, braucht Energie und Wege.
Beim Strom ist der Ausbau der Erzeugung schneller vorangekommen als der Bau der Leitungen. Mehr als 96 Prozent des erneuerbaren Stroms erreichen die Verbraucher. Doch wo das Netz nicht reicht, muss abgeregelt und andernorts ein Kraftwerk zugeschaltet werden. Das kostete 2025 rund 3,07 Milliarden Euro, getragen von allen Stromkunden über die Netzentgelte.7 Die Energiewende scheitert nicht am Netz. Sie bezahlt jedes Jahr dafür, dass es fehlt.
Bei den Wegen ist das Bild ähnlich. Rund 5.000 besonders marode Teilbauwerke an Autobahnbrücken sollen bis 2032 modernisiert werden. Für 2024 waren 280 geplant, geschafft wurden 69. Um das Ziel noch zu erreichen, müssten es ab jetzt rund 590 pro Jahr sein, sagt der Bundesrechnungshof.8 Wer heute schwere Güter quer durchs Land fährt, kennt die Umleitungsschilder. Sie sind die sichtbare Form einer Rechnung, die schon lange offen ist.
Beides lässt sich mit Geld und Entschlossenheit reparieren, schneller jedenfalls als das dritte Glied. Denn Leitungen und Brücken baut man in Jahren. Die Menschen, die sie planen, bauen und betreiben, brauchen zwei Jahrzehnte.
Das dritte Glied: die Köpfe
Wer die Schulleistungsstudien der vergangenen Jahre nebeneinanderlegt, sieht eine Richtung. Im IQB-Bildungstrend 2024 lagen die Neuntklässler in Mathematik im Schnitt 24 Punkte unter dem Wert von 2018, ungefähr ein halbes Schuljahr. Rund 34 Prozent verfehlen den Mindeststandard für den Mittleren Schulabschluss. In allen getesteten Fächern werden die Standards seltener erreicht als 2012 und 2018.9
Liegt es an den Schülern? Sind deutsche Kinder weniger lernfähig als früher oder als anderswo? Die Daten geben darauf eine klare Antwort, die oft übersehen wird. Die Rückgänge betreffen Jugendliche aus gut gestellten Familien in etwa gleichem Maß wie Jugendliche aus schwierigeren Verhältnissen. Auch an Gymnasien sind die Werte deutlich gesunken. Die veränderte Zusammensetzung der Schülerschaft, mehr Kinder, die erst kürzlich zugewandert sind, erklärt einen Teil. Aber selbst wenn man sie herausrechnet, bleibt der Abwärtstrend bestehen, in jedem einzelnen Land.9 Die Forscher nennen die Nachwirkungen der Pandemie als wahrscheinlich wesentlichen Faktor. Die getesteten Jugendlichen waren gerade in die fünfte Klasse gewechselt, als die Schulen schlossen.9 Das ist eine Erklärung, keine Entlastung: Ein Schulsystem, das einen solchen Einschnitt vier Jahre später noch nicht aufgefangen hat, hat zu wenig Reserven. Nicht die Kinder sind schlechter geworden. Das System, das sie tragen soll, hat nachgegeben.
Die Mitte, die leise schwindet
Über Abiturquoten und Hochschulabschlüsse wird viel gesprochen. Kaum beachtet wird, was in der Mitte passiert. Und gerade dort sitzt das Rückgrat der Veredelung: der Facharbeiter, die Technikerin, der Meister.
Ende September hat die OECD ihren Bildungsbericht 2026 vorgelegt. Darin steht ein Befund, der in der Berichterstattung unterging. Der Anteil der 25- bis 34-Jährigen, deren höchster Abschluss eine berufliche Ausbildung ist, ist zwischen 2015 und 2025 von 51 auf 38 Prozent gefallen. Zugleich haben knapp 14 Prozent dieser Altersgruppe weder Ausbildung noch Abitur. Im OECD-Schnitt ist dieser Anteil in zehn Jahren auf 12 Prozent gesunken, in Deutschland leicht gestiegen.10 Am Anfang der Kette sieht es nicht besser aus: Der Anteil der Schulabgänger ohne Ersten Schulabschluss stieg von 5,2 Prozent im Jahr 2013 auf 7,8 Prozent im Jahr 2024.11
Zusammen ergibt das ein Bild, das in keine Schlagzeile passt. Oben wird es mehr, unten wird es mehr, und die Mitte wird dünner. Ein Land, das Maschinen, Anlagen und Fahrzeuge verkauft, kann auf vieles verzichten. Auf die Mitte nicht.
Wer vor der Klasse steht
Wenn ausgebildete Lehrkräfte fehlen, unterrichten andere. Im Schuljahr 2023/24 hatten 10,5 Prozent der Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen keine anerkannte Lehramtsprüfung, an beruflichen Schulen waren es 16,6 Prozent.12 Und der Mangel trifft nicht gleichmäßig: An nichtgymnasialen Schulen unterrichten 14 bis 21 Prozent der Lehrkräfte in Mathematik und Naturwissenschaften ein Fach, für das sie keine Lehrbefähigung haben.9 Gerade dort also, wo die künftigen Facharbeiter lernen. Viele Quer- und Seiteneinsteiger leisten gute Arbeit. Aber sie sind die Antwort auf einen Mangel, nicht auf einen Plan.
Wie die Länder auf diesen Mangel reagieren, zeigt ein unscheinbares Dokument aus Berlin. Als der Senat die Verbeamtung von Lehrkräften wieder einführte, begründete er das ausdrücklich damit, im Wettbewerb um ausgebildete Lehrkräfte gleichzuziehen und Abwanderungen in andere Bundesländer zu verhindern.13 Berlin handelte dabei vernünftig, ebenso wie die Länder, an die es Lehrkräfte verloren hatte. Aber in der Summe entsteht durch diesen Wettbewerb keine einzige zusätzliche Lehrkraft. Sie wechselt nur den Arbeitsort.
Dazu kommt eine Rechnung, die erst später fällig wird. Verbeamtung senkt heute die Personalkosten und verlagert die Last in die Pensionshaushalte von morgen. Der Wettbewerb um Köpfe kostet also zweimal, nur zeitversetzt. Was die Länder gegeneinander ausgeben, fehlt dort, wo es Lehrkräfte schafft statt verschiebt: in der Ausbildung.
Die Toilette als Haushaltsposten
Schultoiletten sind kein großes Thema, bis man sie braucht. Schon 2014 starteten Berliner Elternvertretung und Schulfördervereine eine Spendenkampagne für bessere Sanitäranlagen. Toiletten seien bei der Verwendung von Fördervereinsgeld ein Dauerbrenner, hieß es damals.14 Einige Jahre später sprangen in Nordrhein-Westfalen Fördervereine mit Elterngeld ein, wo Kommunen eine zweite Reinigung am Tag nicht bezahlen konnten.14 Ein Dauerbrenner ist es bis heute geblieben.
Ähnlich beim Kopiergeld. Der Bildungsserver Rheinland-Pfalz nennt es selbst ein Reizthema: Schulen fordern es bei Eltern ein, um den Schuletat zu entlasten. In Nordrhein-Westfalen sind freiwillige Sammlungen per Beschluss der Schulkonferenz erlaubt. In Sachsen hat ein Verwaltungsgericht 2011 entschieden, dass die Lernmittelfreiheit der Landesverfassung auch Kopien umfasst; Schulen dürfen dort kein Kopiergeld verlangen.15 Ob Sie zahlen müssen, hängt davon ab, auf welcher Seite einer Landesgrenze Ihr Kind zur Schule geht.
Dabei gibt Deutschland pro Schüler und Studierendem mehr aus als der OECD-Durchschnitt. Gemessen an der Wirtschaftskraft sind es aber nur 4,4 Prozent des BIP, gegenüber 4,7 Prozent im OECD-Schnitt. Und ausgerechnet im Primarbereich, wo die Grundlagen gelegt werden, liegen die Ausgaben je Kind unter dem OECD-Schnitt.10 Das Geld steht am falschen Ende der Bildungsbiografie. Am Anfang, wo jeder Euro am meisten bewirkt, ist es am knappsten.
Bevor die Schule beginnt
Der erste Rohstoff eines Bildungswegs ist die Sprache. Wer bei der Einschulung nicht versteht, was die Lehrerin sagt, verliert schon im ersten Schuljahr den Anschluss, in jedem Fach.
Wie viele Kinder das betrifft, weiß in Deutschland niemand genau. Und das liegt nicht an fehlenden Tests, sondern an zu vielen verschiedenen. Hamburg testet seit Jahren alle Viereinhalbjährigen. Im Schuljahr 2023/24 hatten dort 31,7 Prozent Sprachförderbedarf, 21,6 Prozent einen ausgeprägten. Fünf Jahre zuvor lag der ausgeprägte Bedarf noch bei 16,6 Prozent.16 Andere Länder messen mit eigenen Verfahren, zu anderen Zeitpunkten, manche nur bei Kita-Kindern. Eine bundesweite Zahl, mit der sich planen ließe, gibt es nicht. Das Fehlen dieser Zahl ist selbst ein Befund.
Gefördert wird die Sprache vor allem in der Kita. Seit 2013 hat jedes Kind ab dem ersten Geburtstag einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft fehlten 2025 trotzdem rund 300.000 Plätze für unter Dreijährige.17 Seit dem 1. August 2026 gilt nun auch ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule, zunächst für die erste Klasse. Schon im Januar bezweifelte ein Viertel der befragten Grundschulleitungen, dass ihre Schule alle neuen Erstklässler versorgen kann. Als Gründe nannten sie vor allem fehlende Räume und fehlendes Personal.18
Zweimal hintereinander hat der Staat damit ein Recht beschlossen, bevor das Gebäude und die Fachkraft dahinter standen. Der Bund verspricht, die Kommune muss liefern, das Land steht mit dem Finanzierungsstreit dazwischen. Ein Rechtsanspruch auf einen Platz, den es nicht gibt, ist für die Familie, die ihn braucht, wenig wert. Und für das Kind, das in dieser Zeit seine Sprache hätte finden sollen, kommt er zu spät.
Sechzehn Wege zum selben Ziel
An dieser Stelle führen alle Fäden auf eine Struktur zurück. Sechzehn Länder bedeuten sechzehn Kultusministerien mit eigenen Führungsstäben, sechzehn Lehrpläne, sechzehn Listen zugelassener Schulbücher, sechzehn Sprachtests, sechzehn Datensysteme und sechzehn Regeln für das Kopiergeld. Wie viel das genau kostet, hat niemand beziffert. Aber in Zeiten, in denen Eltern für die Reinigung von Schultoiletten sammeln, zählt jeder Euro, der in doppelter Verwaltung und gegenseitigem Abwerben versickert. Und jede Trennlinie, die zwischen den Ländern verläuft, verläuft am Ende durch die Bildungsbiografie eines Kindes, das umzieht.
Die Gegenseite verdient eine faire Anhörung. Wer die Kulturhoheit der Länder verteidigt, verweist auf den Wettbewerb der Ideen und auf regionale Nähe. Und die Leistungsdaten liefern ihm Argumente: Die Länder mit den besten Testergebnissen zeigen, dass ein Landessystem gut funktionieren kann.
Doch dieser Wettbewerb hat einen Konstruktionsfehler. Er wird nicht zwischen Ministerien ausgetragen, sondern zwischen Kindern, und die haben sich ihren Wohnort nicht ausgesucht. Kinder sind nur in einer Hinsicht ein Wettbewerbsgut: im Wettbewerb um die besten Bildungschancen für alle. Wer diesen Wettbewerb sechzehn Ländern überlässt, macht die Herkunft zum Schicksal, die soziale wie die geografische.
Wie stark das schon heute wirkt, zeigen gerade die erfolgreichen Länder. Dort hängt der Bildungserfolg besonders stark am Elternhaus. In Sachsen liegt die Chance eines Kindes aus einfachen Verhältnissen, ein Gymnasium zu besuchen, um mehr als 40 Prozentpunkte unter der eines Kindes aus besser gestellter Familie.19 Und zwischen den Ländern liegen bereits heute Welten. In Mathematik erreichen Neuntklässler in Sachsen im Mittel 511 Punkte, in Bremen 436. Das entspricht nach dem Maßstab der Forscher rund anderthalb Schuljahren Lernvorsprung.9 Ein Teil des Abstands geht auf eine sehr unterschiedliche Schülerschaft zurück. Aber selbst wenn man diese herausrechnet, rücken die Länder nur wenig zusammen. Aus sechzehn Bildungszonen von heute werden sechzehn Fachkräftezonen von morgen, und daraus sechzehn Wirtschaftszonen. Das ist keine Zwangsläufigkeit, aber die Richtung, in die die heutige Struktur zieht. Ein Land, das gemeinsam im Weltmarkt bestehen will, kann sich diese Teilung nicht leisten.
Dass Bund und Länder handeln können, wenn sie wollen, zeigt das Startchancen-Programm: 20 Milliarden Euro über zehn Jahre für rund 4.000 Schulen in schwieriger Lage.20 Das ist viel Geld, gezielt eingesetzt, und es verdient eine faire Bewertung, wenn die ersten Ergebnisse vorliegen. Aber es ist ein Programm innerhalb der sechzehn Systeme, keine Antwort auf sie.
Ich halte Bildung nicht für ein landesspezifisches Kulturgut. Rechnen, Lesen, Schreiben und die Sprache, in der man sich verständigt, sind in Kiel dieselben wie in Konstanz. In meiner „Vision Deutschland“ habe ich einen Weg skizziert, der die Länder nicht entmachtet, sondern sie sich per Mehrheitsbeschluss selbst binden lässt: gleiche Standards, gemeinsame Tests, gemeinsame Ausbildung von Lehrkräften. Das ist ein Kompromiss, kein Endpunkt. Aber er wäre ein Anfang.
Was bleibt
Ein Kind, das in diesem Herbst eingeschult wurde, wird um das Jahr 2040 eine Ausbildung abschließen oder ein Studium beenden. Dann wird es die Anlagen bauen, die Brücken planen, die Netze betreiben und die Produkte entwickeln, von deren Verkauf dieses Land lebt. Was wir heute in seine ersten Schuljahre investieren oder versäumen, steht 2040 in der Exportbilanz.
Bildung erklärt nicht die Wachstumsschwäche von heute. Sie entscheidet über die von morgen. Genau das macht sie politisch so unbequem: Wer heute in Grundschulen, Sprachförderung und Lehrerausbildung investiert, erntet in keiner Legislaturperiode, die er selbst noch erlebt. Und wer heute spart, merkt es nicht.
Ein Land, das kaum Rohstoffe hat, kann sich vieles leisten. Nur nicht, den einen zu vernachlässigen, den es hat. Bleibt die Frage, die jeder für sich beantworten muss: Wollen wir die Rechnung bezahlen, solange sie noch bezahlbar ist, oder überlassen wir sie den Kindern, die heute in der ersten Klasse sitzen?
Weiterlesen: Das Labyrinth der 16 Königreiche
Weiterlesen: Vision Deutschland
Fußnoten
1 BGR, Bericht zur Rohstoffsituation in Deutschland 2024: Inlandsproduktion ca. 14,0 Mrd. €, Importe ca. 193 Mrd. €. [verifiziert, amtlich] – bgr.bund.de ↩
2 Destatis, Pressemitteilung Februar 2026: Warenexporte 2025 1.563,0 Mrd. €. [verifiziert, amtlich] Exportwerte enthalten importierte Vorleistungen; der Vergleich mit der Inlandsförderung ist ein Bild, keine Wertschöpfungsrechnung. – destatis.de ↩
3 Sächsisches LfULG, „Seltene Erden“: Storkwitz als bundesweit bedeutendstes Vorkommen [verifiziert, amtlich] – geologie.sachsen.de; Loidolt u. a. (2023), HZDR: eines der wenigen europäischen Vorkommen [Fachpublikation] – hzdr.de; neue Erkundung durch Hades Mining [Unternehmensangabe, interessengeleitet] – rohstoffhaus.com ↩
4 Mercosur: Zustimmung der Mitgliedstaaten im Januar 2026 nach 26 Jahren Verhandlung, Verweisung durch das EP an den EuGH [Beratungsunternehmen] – deloitte.com; Einordnung Deutsche Bundesbank [amtlich] – bundesbank.de ↩
5 ESM: Darlehen nur gegen Reformauflagen (Konditionalität) [amtlich] – esm.europa.eu; Zustimmung des Bundestags zu den Programmen und MoU, BT-Drs. 19/7045 [verifiziert, amtlich] – bundestag.de ↩
6 Destatis/Eurostat, reale BIP-Veränderung 2025: DE 0,2 %, ES 2,8 %, GR 2,1 %, PT 1,9 %. [verifiziert, amtlich] – destatis.de ↩
7 Bundesnetzagentur/SMARD, Netzengpassmanagement 2025: 3.071 Mio. €; über 96 % des EE-Stroms eingespeist. [verifiziert, amtlich] – smard.de ↩
8 Bundesrechnungshof 2025, Brückenmodernisierung: 69 von 280 geplanten Teilbauwerken 2024; rund 590 pro Jahr nötig. [verifiziert, amtlich] – bundesrechnungshof.de ↩
9 IQB-Bildungstrend 2024, Pressemappe zum Berichtsband (Stanat u. a. 2025): Mathematik-Mittelwert 474 Punkte (−24 seit 2018); ca. 34 % unter dem MSA-Mindeststandard; Rückgänge sozial weitgehend gleichmäßig, auch an Gymnasien; adjustierte Trends bleiben negativ; Pandemie als wahrscheinlich wesentlicher Faktor; Ländermittelwerte Mathematik u. a. Sachsen 511, Bayern 501, Bremen 436; ein Schuljahr ≈ 50 Punkte; ohne Lehrbefähigung im Fach 14–21 % an nichtgymnasialen Schularten. [verifiziert, amtlich] – iqb.hu-berlin.de ↩
10 OECD, Bildung auf einen Blick 2026, nach KMK-Mitteilung (Stand 29.09.2026): berufliche Abschlüsse 51 % → 38 %; knapp 14 % ohne Sek-II-Abschluss (OECD 12 %); Bildungsausgaben 4,4 % des BIP (OECD 4,7 %); Primarbereich je Kind unter OECD-Schnitt. [verifiziert, amtlich] – kmk.org ↩
11 Destatis, Absolventen und Abgänger nach Abschlussart (Stand 26.01.2026): ohne Ersten Schulabschluss 5,2 % (2013), 7,8 % (2024). [verifiziert, amtlich] – destatis.de ↩
12 Destatis, Pressemitteilung vom 04.06.2025: 10,5 % (allgemeinbildend) bzw. 16,6 % (beruflich) ohne anerkannte Lehramtsprüfung. [verifiziert, amtlich] – destatis.de ↩
13 Abgeordnetenhaus Berlin, Drs. 19/0692: Begründung der Rückkehr zur Verbeamtung mit dem Wettbewerb um Lehrkräfte. [verifiziert, amtlich] – parlament-berlin.de ↩
14 Tagesspiegel, 14.01.2014, Kampagne von LEA und LSFB Berlin [journalistisch] – tagesspiegel.de; Westdeutsche Zeitung, NRW [journalistisch; Datum laut Archiv ca. 2018, nicht exakt verifiziert] – wz.de ↩
15 Bildungsserver Rheinland-Pfalz, Kopiergeld [verifiziert, amtlich] – bildung.rlp.de; QUA-LiS NRW, freiwillige Sammlung [verifiziert, amtlich] – qua-lis.nrw.de; VG Dresden, Urteil vom 30.06.2011, Az. 5 K 1790/08 [Fachjournalismus, LTO] – lto.de ↩
16 Hamburg, Vorstellung der Viereinhalbjährigen 2023/24: 31,7 % Sprachförderbedarf, 21,6 % ausgeprägt (2019/20: 16,6 %) [journalistisch, nach Hamburger Behördendaten] – deutsches-schulportal.de; [Verband, Paritätischer Gesamtverband] – der-paritaetische.de ↩
17 IW-Report Kitalücke 2025: rund 300.000 fehlende Plätze für unter Dreijährige. [Schätzung; arbeitgebernahes Institut; Basis Elternangaben] – iwkoeln.de ↩
18 Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung seit 01.08.2026 [verifiziert, amtlich] – bildungsserver.de; forsa im Auftrag des VBE, Januar 2026, 1.312 Grundschulleitungen [Verbandsumfrage, interessengeleitet; Bericht ZDF] – zdfheute.de ↩
19 ifo Institut, Ungleiche Bildungschancen (2024), Datenbasis Mikrozensus 2018/2019: Chancendifferenz in Sachsen über 40 Prozentpunkte. [verifiziert, Institut; Datenstand beachten] – ifo.de ↩
20 BMBFSFJ, Startchancen-Programm: 20 Mrd. € über zehn Jahre, rund 4.000 Schulen. [verifiziert, amtlich] – bmbfsfj.bund.de ↩
Quellen-Notiz: Die Argumentationsschritte sind eigene Ableitungen aus den belegten Fakten, keine empirischen Befunde. Dazu gehören der Nullsummenwettbewerb um Lehrkräfte, die zeitversetzte Pensionslast, die Fortschreibung von Bildungszonen zu Wirtschaftszonen, der Zeithorizont 2040 und die Lesart der Wirtschaft als Kette aus Einkaufen, Veredeln und Verkaufen.
Vision Deutschland
„Nicht über die nächste Wahl, sondern über die nächsten zwanzig Jahre.“
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